Der Bundesverband

Was ist und was tut der Bundesverband ehrenamtlicher Richterinnen und  Richter?

Der Bundesverband ehrenamtlicher Richterinnen und Richter wurde am 23. März 1993 im thüringischen Dingelstädt von den damals bestehenden Landesverbänden Nordrhein-Westfalen, Bayern, Brandenburg und Sachsen gegründet. Er sah seine wesentlichen Aufgaben darin, die Gründung neuer Landesverbände zu initiieren, die Mitgliederzeitschrift „Richter ohne Robe“ herauszugeben und bundesweite Veranstaltungen vorzubereiten. Im Laufe der Jahre kamen die anderen Landesverbände hinzu. Nunmehr umfasst er acht Landesverbände ehrenamtlicher Richterinnen und Richter. Ein neunter Landesverband, der Rheinland-Pfalz und Saarland umfassen soll, ist unter dem Namen "Südwest" in Gründung. Die Mitglieder in diesen Ländern werden derzeit noch vom Landesverband Nordrhein-Westfalen betreut.

Der Bundesverband leistete immer mehr eigene verbandspolitische Arbeit und wurde so zum bundespolitischen Vertreter der Vereinigungen ehrenamtlicher Richterinnen und Richter entwickelt.

Vorsitzende:
1993 – 1996: Jürgen Springfield, Nordrhein-Westfalen
1996 – 2017: Hasso Lieber, Berlin
seit Herbst 2017: Andreas Höhne, Thüringen

Nunmehr vertritt der Bundesverband die Interessen der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter gegenüber der Rechtspolitik und  gesellschaftlichen Verbänden auf der Bundesebene. Seine Schwerpunkte sind dabei Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Inhalte des ehrenamtlichen Richteramtes.

Mit der Zeitschrift Richter ohne Robe, die seit 1998 erscheint, werden die ehrenamtlichen Richterinnen und Richter über die wesentlichen Entwicklungen in den Gerichtsbarkeiten, über Rechtsprechung, Rechtspolitik und mit praktischen Tipps für die Amtsausübung auf dem Laufenden gehalten. Die Zeitschrift wird im Berliner Wissenschafts-Verlag verlegt und kann dort abonniert werden. Über die Internetseite des Verlages können einzelne Hefte oder Artikel auch online erworben werden. 
Mitglieder der Landesverbände erhalten diese Zeitschrift kostenlos im Rahmen ihrer Mitgliedschaft

Die Bücher "Fit fürs Schöffenamt" informieren in zwei Bänden die Schöffen über

  • Rechte und Pflichten der Schöffen
  • Grundsätze der Beweisaufnahme
  • Strafzumessung (Finden einer gerechten Strafe).

Eine der wichtigsten Aufgaben ist die ständige Fortbildung der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter. Der Bundesverband unterstützt die Landesverbände und deren Kooperationspartner bei der Organisation von Veranstaltungen, der Vermittlung von Referenten und bei der Erstellung von Seminar- und Informationsmaterial.

Der Bundesverband gibt den Landesverbände Unterstützung bei der außergerichtlichen Beratung von Mitgliedern in Einzelfällen und hilft bei der Lösung von Problemen, bei denen Nachteile aus der Ausübung des Amtes drohen (Ordnungsgeld, Befreiung von Terminen, Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber etc.).

Soweit bundesrechtliche Zuständigkeiten berührt sind, werden Anregungen aus der Praxis der ehrenamtlichen Richter in die Rechtspolitik eingebracht. Durch den Kontakt zu Ministerien, Parteien, Fraktionen des Deutschen Bundestages und zu gesellschaftlichen Organisationen werden die Probleme des ehrenamtlichen Richteramtes in die politische Entscheidungsebene getragen.

Der Bundesverband pflegt die internationalen Kontakte mit den Interessenverbänden der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter in anderen europäischen Staaten (Näheres in der Rubrik "Europa"). 

In den Landesverbänden sind derzeit ca. 1.500 Mitglieder organisiert. Juristische Personen des privaten und des öffentlichen Rechts (Unternehmen, Vereine, Spitzenverbände usw.), die den Zweck des Verbandes unterstützen wollen, können Mitglied des Bundesverbandes werden, wenn sie bundesweit aktiv sind.